30.05-03.06.2019 Rally di Romagna, Riolo Terme (Italien)

Gesamtrang 2 für Mathias
Bei der Anreise zu diesem 5 Tages Etappenrennen staunten wir nicht schlecht als wir registrierten, dass es sehr stark und ausgiebig geregnet hatte.
Mit dem ersten Etappentag zeigte sich zwar Sonnenschein und 25 Grad aber der Boden im waldigen Gelände war bis zur letzten Etappe nass und noch schwerer zu fahren als ohnehin. Ein sehr hoher Trailanteil und anspruchsvolle Abfahrten machen das Rennen im Mittelgebirge Apennin aus.
Der Prolog war verkürzt (15KM), da einige Abschnitte unfahrbar waren und einen Straße überschwemmt war. Der Niederländer Bart Classens startete schnell in den 400HM Startberg, ich konnte so gerade einem Sturz im Startgetümmel entgehen und musste das Loch zufahren. Dies gelang mit pünktlich zum höchsten Punkt und ich führte in der Abfahrt. Zusammen kamen wir aus der Abfahrt heraus und nachdem Bart meinen Windschatten auf Teer nutzte, stieg er in den letzten Trail ein, drückte durch einige flache nasse Passagen und gewann den Prolog 18 Sekunden vor mir.
Am zweiten Tag (50KM) machte Bart wieder einen starken Eindruck bis er strauchelte und bei Schritttempo in schwierigem aber flachen Gelände im Matsch lag. Ich fuhr vor und einen Vorsprung heraus, den ich bis ins Ziel trug und so die Gesamtführung und das Leadertrikot übernahm.
Der Holländer attackierte auf der dritten Etappe (60KM) hart am längsten Anstieg, ich war drauf und dran abreißen zu lassen, konnte das Hinterrad aber halten. In schwierigem Gelände setzte ich mich ab, hatte einen Vorsprung, in Abwesenheit vom Führungsmotorrad und Beschilderung suchte ich die Strecke, fand sie zusammen mit Bart wieder und ersprintete mir den zweiten Sieg.
Mit 85KM und einer Fahrzeit von 4:11h wartete am vierten Tag die Königsetappe. Bart, der auf dem zweiten Gesamtrang lag, attackierte nach einer stunde heftig am Berg. Ich konnte nicht sofort mitgehen, schloss das Loch jedoch zum Glück wieder. Einige Trails später hatte ich einen Vorsprung im nassen Trail und fuhr so an erster Position für lange Zeit. Doch in der schnellen Abfahrt auf Teer und Schotter vor dem letzten Berg überholte mich Bart und nahm einen Vorsprung mit in den letzten langen Anstieg. Bei mir war der Ofen aus und ich verlor weitere Zeit. Leider so viel, dass ich im Ziel als Zweiter meinen Vorsprung von über einer Minute verloren hatte und nur noch das Trikot des Gesamtzweiten überstreifen durchfte.
Die finale Etappe von 40 KM wartete nun und ich hatte 13 Sekunden Rückstand auf den ersten Platz und Bart Classens. Also zog ich am 400HM Startberg das Tempo an, merkte nach 10 MIN, dass Bart Probleme hatte und ging aus der nachfolgenden Abfahrt mit einer Minute Vorsprung heraus.
Ich fuhr mein Tempo auch den zweiten Anstieg herauf und bog in eine sehr lange und verblockte Abfahrt. In dieser fuhr ich nicht volles Risiko, um nicht im letzte technischen Stück des Etappenrennens noch einen Defekt zu riskieren. Die Abfahrt überstand ich gut und bog in das Flachstück vor dem letzten Berg ein. Nach einigen KM musste ich erstaunt feststellen, dass Bart wieder mal seine Rennradqualitäten im Flachen unter Beweis gestellt hatte und den Anschluss wiederherstellen könnte! (später sagte er mir, er habe alles riskiert und den Downhill seines Lebens gefahren).
Die Entscheidung fiel also am letzten fiesen Anstieg: Kaum in die erste Asphaltrampe eingefahren, ließ der Holländer im Wiegetritt den Gang stehen, meine Beine waren zu und ich konnte ihm nur noch hinterherschauen.
Somit beendete ich nach spannendem tagelangem Kampf um die Führung die Rally di Romagna auf dem zweiten Gesamtrang und als Führender der Altersklasse.
Es war eine unvergessliche Woche MTB Rennen mit unseren Supportern Sabine und Meike und meinen Teamkollegen Mario Kaulard und Rick Steffen in beeindruckender Landschaft, den längsten und tollsten Trails, die ich je gefahren bin und vor allem in toller italienischer Atmosphäre.